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Arbeitslosigkeit - eine Lüge!

Millionen Arbeitlose und Abermillionen verdingen sich in Billigjobs. Mit illustrer Regelmäßigkeit konsumieren wir geschönte Statistiken, von denen wir wissen, dass sie schlicht gelogen sind. Man tischt uns Märchen auf und resignierend glauben wir sie nur zu gerne. Die Wahrheit bringt Wolfgang Tornow jetzt ans Licht:

„Alles Lug und Trug! Es gibt keine Arbeitslosigkeit in Deutschland!“

Der studierte Theologe, Pädagoge und Psychologe liebt Sachbücher und langweilt sich, wenn er Romane lesen muss. Sein Märchen von der Arbeitslosigkeit „SEI HARTz“ sei einer der wenigen Romane, bei denen sich nur selten langweilt.
„Jahrelang habe ich mich auf eine konsequente Fortsetzung des Märchens vorbereitet!“ Er meint ein Sachbuch zum Thema Arbeitslosigkeit. Klingt angesichts der regelmäßigen Berichterstattung in den Medien und offiziellen Proklamationen der Politik nur mäßig spannend. Meint er etwa noch mehr Zahlen und Fakten? Oder verfügt er über ein elitäres Insiderwissen, welches der neuen Linken verborgen bleibt?
Tornow winkt ab. „Ich wollte ein Sachbuch veröffentlichen, in dem die Arbeitslosen selbst zu Wort kommen.“ Dies erinnert an unheilvolle Selbsthilfe und einschlägige Foren im Internet, in denen irreale Pseudonyme ihren Lebensfrust freien Lauf lassen. Doch das von Tornow geplante Sachbuch ist (mal wieder) anders.


Schwarzbuch der Arbeitslosen

„In meinem Buch sollten nur Menschen zu Wort kommen, die den Mut aufbringen, sich zu ihrer Situation zu bekennen. Und dies voll und ganz! Ohne Einschränkung! Mit vollständiger Namensnennung! Also Vor -und Nachname und im Falle behördlicher Willkür auch die komplette Namensnennung des staatlichen Vermittlers und seiner Dienststelle!“

Eine Art Schwarzbuch? „Ja, unter vollen Nennung von Ross und Reiter!“
SEI HARTz basiert auf den Erfahrungen von mehr als 200 befragten Arbeitslosen in Hamburg. Da sollte es doch einfach sein, Auskunftswillige zu finden, oder?

„Es war ein bundesweiter Ansatz. Ich habe in zahlreichen Internetforen mein Projekt vorgestellt. Hunderttausende haben meinen Aufruf gelesen. Gemeldet haben sich mehr als 400.“

200 aus SEI HARTz plus 400, macht also rund 600? Hätte man nicht noch energischer suchen können? "Momentan kann ich von meiner Autorentätigkeit noch nicht leben. Also jobbe ich in Vollzeit in einem Callcenter und bin in meiner Freizeit schriftstellerisch tätig. Rund 600, das ist eine große Ausbeute. Auch die Medien haben es schwer Arbeitslose vor die Kamera zu bekommen. Mehrere Fernsehsender hatten zwischenzeitlich bei mir angefragt, ob ich denen nicht mit Arbeitslosen aushelfen könne."


Ein Selbstmord

Das nüchterne Resultat:

86 wieder glücklich in Arbeit
wollen nicht, das ihr neuer Arbeitgeber von der Arbeitslosigkeit erfährt

54 glückliche Existenzgründer
haben den Kopf voll und keine Zeit für aufwendige Interviews

17 glückliche Schwarzarbeiter
wollen nicht, dass die Öffentlichkeit davon erfährt

19 glückliche junge Mütter
spricht für sich selbst-oder?

Warum traut sich von den restlichen rund 400 keiner an die Öffentlichkeit?

41 wollen nicht, dass die Familie oder Nachbarn von der Arbeitslosigkeit erfahren

1 Freitod
hat seinem eigenen Schicksal selbst ein Ende gesetzt

38 können nicht über ihre Situation sprechen
haben keine Kraft mehr, sind depressiv verstimmt

3 Streben Karriere in der Politik an
und glauben, dass „solcherlei Krawall“ ihr politisches Ansehen diskreditiert
(2 x Linkspartei, 1 x CDU)

339 haben Angst vor sanktionierenden Maßnahmen seitens des Arbeitsamtes


„Der überwiegende Teil der Menschen, zu denen ich Kontakt aufbauen konnte, lebt in Angst wie sie sagen vor dem eigenen Vermittler. Sie haben Angst vor Strafe und Mutwillen. Sie sind nur bereit über geschehenes Unrecht auszusagen, wenn ihr Name nicht genannt wird. Schlimmer noch: Bürger haben Angst vor Behörden! Da läuft etwas schief! Manche Jobvermittler können scheinbar mit Ihren "Kunden" schlicht machen, was sie wollen, denn sie wissen, dass ihre Opfer aus Angst zu empfundenen Unrecht schweigen.“

Gab es denn wirklich keinen Mutigen, der bereit war offen alle Karten auf den Tisch zu legen?


Hausdurchsuchung

„Doch eine einzige! Eine hoch sympathische Frau aus Berlin. Bei ihr haben die Hartz-Ermittler, einem staatlichen Ermittlungsteam gegen Sozialbetrug, nach eigenen Angaben die komplette Wohnung auf den Kopf gestellt. Sie haben keinen Schrank ausgelassen und dabei scheinbar ein unsägliches Chaos verursacht. Eine einzige unter letztlich Hunderttausend! Die Mehrheit lebt in Angst vor der Arbeitsagentur. Hat Angst, dass es als Strafe empfundenen Zwangsmaßnahmen gibt. Scheinbar ist mancherorts staatlicher Willkür und gutsherrlicher Egomanie größenwahnsinniger Vermittler Tür und Tor geöffnet!“

Und das Fazit?

"Wenn keine Frau die eigene Vergewaltigung mehr anzeigt, haben wir auch keine Sexualdelikte mehr in diesem Land. Es lebe eine brave Gesellschaft, in der Arbeitslosigkeit nur ein Märchen ist!"





Aufruf:

Wenn Sie jetzt zu der Überzeugung kommen, dass zu Ihrem Unrecht nicht mehr geschwiegen werden darf, dann mailden Sie sich!

Wenn Sie den Mut aufbringen und über Ihr Schicksal offen reden können, dann sind Sie hier genau richtig.
Wenn Sie vielleicht sogar das Gefühl haben, dass Ihnen Ihr Arbeitsamt möglicherweise Unrecht tut, brechen Sie mit Ihrem Schweigen! Denn Schweigen hilft nur den Tätern!

Sie haben die Spielregeln verstanden: Kein Versteckspiel und keine Pseudonyme. Das alles wird nicht einfach, weder für Sie noch für den Autor.

Möglicherweise wird man uns ans Bein pinkeln. Vielleicht wird die Reaktion derjenigen, die wir bei ihrem Unrecht ertappen eines sein: Heftig.
Das geplante Schwarzbuch enthält nur Berichte mit absolutem Wahrheitsgehalt. Ihr Name wird genannt - voll und ganz. Und wenn Ihnen durch Ihr Arbeitsamt Unrecht widerfahren sollte, dann wird auch Ihr Arbeitsamt genannt - voll und ganz.
Und wenn Ihr Vermittler tatsächlich geltendes Recht beugen sollte, so wird auch sein Name genannt - voll und ganz.


Ihr Vermittler wird nicht erfreut sein, den Mist, den er zu verantworten hat in diesem Schwarzbuch zu lesen. Und das Schlimme: Er hat Kollegen, und bei denen Sie möglicherweise turnusmäßig vorstellig werden müssen, um etwa Bewerbungsaktivitäten zu besprechen.

Aber wenn niemand etwas tut, wird sich nie etwas ändern. Also:



Zu meinem Unrecht darf nicht mehr geschwiegen werden!

schwarzbuch(at)wolfgang-tornow.de

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Copyright by Wolfgang Tornow, Hamburg 2008

Foto by Karsten Breckwoldt