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Millionen Arbeitlose und Abermillionen verdingen sich in Billigjobs. Mit illustrer Regelmäßigkeit konsumieren wir geschönte Statistiken, von denen wir wissen, dass sie schlicht gelogen sind. Man tischt uns Märchen auf und resignierend glauben wir sie nur zu gerne. Die Wahrheit bringt Wolfgang Tornow jetzt ans Licht: „Alles Lug und Trug! Es gibt keine Arbeitslosigkeit in Deutschland!“ Der studierte Theologe, Pädagoge und Psychologe liebt Sachbücher und langweilt sich, wenn er Romane lesen muss. Sein Märchen von der Arbeitslosigkeit „SEI HARTz“ sei einer der wenigen Romane, bei denen sich nur selten langweilt.
„In meinem Buch sollten nur Menschen zu Wort kommen, die den Mut aufbringen, sich zu ihrer Situation zu bekennen. Und dies voll und ganz! Ohne Einschränkung! Mit vollständiger Namensnennung! Also Vor -und Nachname und im Falle behördlicher Willkür auch die komplette Namensnennung des staatlichen Vermittlers und seiner Dienststelle!“ Eine Art Schwarzbuch? „Ja, unter vollen Nennung von Ross und Reiter!“ „Es war ein bundesweiter Ansatz. Ich habe in zahlreichen Internetforen mein Projekt vorgestellt. Hunderttausende haben meinen Aufruf gelesen. Gemeldet haben sich mehr als 400.“ 200 aus SEI HARTz plus 400, macht also rund 600? Hätte man nicht noch energischer suchen können? "Momentan kann ich von meiner Autorentätigkeit noch nicht leben. Also jobbe ich in Vollzeit in einem Callcenter und bin in meiner Freizeit schriftstellerisch tätig. Rund 600, das ist eine große Ausbeute. Auch die Medien haben es schwer Arbeitslose vor die Kamera zu bekommen. Mehrere Fernsehsender hatten zwischenzeitlich bei mir angefragt, ob ich denen nicht mit Arbeitslosen aushelfen könne."
Das nüchterne Resultat: 86 wieder glücklich in Arbeit 54 glückliche Existenzgründer 17 glückliche Schwarzarbeiter 19 glückliche junge Mütter Warum traut sich von den restlichen rund 400 keiner an die Öffentlichkeit? 41 wollen nicht, dass die Familie oder Nachbarn von der Arbeitslosigkeit erfahren 1 Freitod 38 können nicht über ihre Situation sprechen 3 Streben Karriere in der Politik an 339 haben Angst vor sanktionierenden Maßnahmen seitens des Arbeitsamtes
Gab es denn wirklich keinen Mutigen, der bereit war offen alle Karten auf den Tisch zu legen?
„Doch eine einzige! Eine hoch sympathische Frau aus Berlin. Bei ihr haben die Hartz-Ermittler, einem staatlichen Ermittlungsteam gegen Sozialbetrug, nach eigenen Angaben die komplette Wohnung auf den Kopf gestellt. Sie haben keinen Schrank ausgelassen und dabei scheinbar ein unsägliches Chaos verursacht. Eine einzige unter letztlich Hunderttausend! Die Mehrheit lebt in Angst vor der Arbeitsagentur. Hat Angst, dass es als Strafe empfundenen Zwangsmaßnahmen gibt. Scheinbar ist mancherorts staatlicher Willkür und gutsherrlicher Egomanie größenwahnsinniger Vermittler Tür und Tor geöffnet!“ Und das Fazit? "Wenn keine Frau die eigene Vergewaltigung mehr anzeigt, haben wir auch keine Sexualdelikte mehr in diesem Land. Es lebe eine brave Gesellschaft, in der Arbeitslosigkeit nur ein Märchen ist!"
Wenn Sie jetzt zu der Überzeugung kommen, dass zu Ihrem Unrecht nicht mehr geschwiegen werden darf, dann mailden Sie sich! Wenn Sie den Mut aufbringen und über Ihr Schicksal offen reden können, dann sind Sie hier genau richtig. Möglicherweise wird man uns ans Bein pinkeln. Vielleicht wird die Reaktion derjenigen, die wir bei ihrem Unrecht ertappen eines sein: Heftig.
Zu meinem Unrecht darf nicht mehr geschwiegen werden! schwarzbuch(at)wolfgang-tornow.de
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Copyright by Wolfgang Tornow, Hamburg 2008 |
Foto by Karsten Breckwoldt
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