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SEI HARTz - Rezensionen


"Inquisitorische Verhöre: Wolfgang Tornow berichtet aus der Hartz IV-Hölle"

"Wo die Überwindung der Arbeitslosigkeit ein schöner Traum bleibt, muss das "Märchen" von der real existierenden Arbeitslosigkeit zum Antimärchen werden. Wolfgang Tornows gleichnamige Satire setzt der "Sei-Hart(z)"-Parole demgemäß ein Teufelshorn auf und verquickt das Anti-Märchen vom Ende des Sozialstaats überdies mit dem Anti-Mythos vom Ende der Liebe: Infolge der Marketingoffensive "Götter-erfolgreich-in-die-Zukunft" und der einschlägigen Rationalisierungs- und Prozessoptimierungsmaßnahmen wurde Amor in den Vorruhestand geschickt. Seither verschießt der Liebeshimmel seine Geschosse per Mausklick, wobei die Pfeile den Herstellern von Kondomen, Tampons und Babykost als lukrative Werbefläche dienen. Auf diese spritzige Satire über die Ökonomisierung der Liebe folgt eine - offenbar autobiografisch fundierte und deutlich weniger spritzige - Liebesgeschichte zwischen der frustierten Prinzessin Tamara und dem frustrierten Prinzen Wolle.

Das Descrecendo dieser Romanze fällt mit Wolles Absturz in die Arbeitslosigkeit zusammen. Dieser kommt einem Absturz in die Hölle gleich, denn "Obersatan" hat Insolvenz anmelden müssen und sein Marketing in die "Toffelanstalt für Arbeit" ausgelagert. Alles, was der Protagonist Wolle nunmehr an inquisitorischen Beratungsgesprächen, absurden Weiterbildungen usw. über sich ergehen lassen muss, ist im wahrsten Sinne `des Teufels´, wobei das zähklebrige Höllen-Pech von den Arbeitsvermittlern als "Desinteresse an der Besserung der eigenen Situation" bewertet wird...
Übertreibende Verdeutlichung gehört zum Wesen der Satire, und die naive Moral der Schwarz-Weiß-Malerei ist das Gattungsmerkmal des Märchens. Auch dürfte Tornows "Märchen von der Arbeitslosigkeit", über die Gattungspoetik hinaus, einige Fakten auf seiner Seite haben, wenn es zeigt, dass die fortschreitende Ökonomisierung unserer Lebenswelt totalitäre Züge trägt."

Dr. Sandra Kluwe, Literaturwissenschaftlerin an der Universität Heidelberg
Link zu: www.literaturkritik.de



"Das Böse kämpft gegen das Gute"

"Erstens beweist er einmal mehr, dass die wahre Tragödie nur mit den Mitteln des Komischen und Absurden zu bewältigen ist, und zweitens gelingt ihm mit dem Kunstgriff des "Märchens", die schier undurchschaubaren Mechanismen des Arbeitsmarktes zugleich distanziert und unvermittelt zu erzählen...
Arbeitslosigkeit wird zum "Gespenst" unserer Tage, dem - wenn überhaupt - nur noch mit Zauberkraft entgegen gewirkt werden kann...
Arbeitslosigkeit erscheint aus dieser Perspektive als mystisches Produkt unbeeinflussbarer Kräfte aus neoliberaler Wirtschaftspolitik...
Der evidente Zusammenhang von politischen Ambitionen und individuellem Abstieg gewinnt in seinem scheinbar unwirklichen Kosmos von fantastischen, absurden, lustigen und bösartigen Charakteren jene Überzeugungskraft, die nur einem derart ungleichen Kampf zwischen Menschlichkeit und Humankapital entspringen kann."

Reinhold Stumpf
Link zu: www.lyrikwelt.de






...weitere 18 Kritiken unter:
www.SEIHARTz.de




SEI HARTz - Die Hintergründe:
Wolfgang Tornow basisiert auf den Erfahrungen von 200 befragten Arbeitslosen.

SEI HARTz in der Presse:
"Informativ, brisant und etwas zynisch beschreibt er das Arbeitslosendasein im Hartz-Dschungel"
NDR 2, 29.03.2006

SEI HARTz als Hörbuch:
Ungeschminkt wie das Buch: SEI HARTz als Liverecording auf Doppel-CD

Lesung verpasst? Video ansehen!
Livemitschnitt der großen SEIHARTz-Lesetour: 2005/2006




Wolfgang Tornow
SEI HARTz-Das Märchen von der Arbeitslosigkeit
Roman, 172 Seiten, Taschenbuch
EURO 11,95, BOD
ISBN 3-8334-2930-5


Die Homepage zum Buch:
www.SEIHARTz.de